Frame vom 2. LM-Lauf MC Nord in Oranienburg
Am vergangenen Sonntag, den 04.08.2019, fand auf dem TÜV Gelände in Lehnitz bei Oranienburg der 2. Von 6 Läufen zur Landesmeisterschaft Berlin-Brandenburg an, ausgerichtet vom Berliner Verein MC Nord.
Der Platz ist uns allen mittlerweile gut bekannt, waren wir dort schon zu einigen Veranstaltungen, auch wenn der ein oder andere sich etwas wehmütig an das ehemalige Veranstaltungsgelände erinnert. Das Gelände ist Lehnitz ist jedoch absolut dafür geeignet und bietet alles, was man dafür braucht, viel Platz, sanitäre Einrichtungen und die Möglichkeit auch das Catering anzubieten.
Der MSC Berlin ist mit einer etwas verkürzten Riege angereist, da einige noch im Urlaub waren, andere Krank oder verletzt. Dennoch waren wir wieder in üppiger Anzahl vor Ort und guter Dinge.
Der MC Nord hat einen langen Parcours mit einigen Schwierigkeiten aufgebaut. Für die Fahrer der Klasse 0 und 1 stellten die ihnen aufgegebenen Aufgaben eine große Herausforderung dar und der ein oder andere hatte so seine Schwierigkeit dort souverän durchzukommen. Nichtsdestotrotz kann man gerade den Kleinsten unter den Startern nur Respekt zollen, wie sie sich schlagen.
Als erster in der diesjährigen Landesmeisterschaft hat sich der MC Nord an den neuen Startmodus in Klasse 0 und 1 herangewagt und ihn durchgeführt. Auf der Veranstaltersitzung im Januar des Jahres wurde über den neuen Austragungsmodus auf Antrag der ADAC Vereine abgestimmt. Es soll nun nicht mehr die Klasse 0 eigenständig zu Beginn der Veranstaltung fahren, sondern im Wechsel mit der Klasse 1, also ein Starter der K0, gefolgt von 2 Startern der K1. Davon erhoffte man sich, dass man einen zeitlichen Vorteil schafft. Ob dem nun so ist darf noch bezweifelt werden, allerdings haben wir ja noch 4 Läufe bei denen die Testphase dazu läuft. Der MC Nord hat das jedoch gut und souverän organisiert. Leider hat man sich scheinbar mit dem Thema Inklusion bisher weniger beschäftigt, was nicht nur schade, sondern auch ärgerlich, sehr traurig und schockierend ist. Man ließ eine Starterin des MSC Berlin nicht zum Fahren zu, weil sie behindert sei und man bitte ein amtsärztliches Gutachten erbringen solle, was die Fahrtauglichkeit attestiert. Das Mädchen hat zwar eine gewisse Form des Autismus, trainiert jedoch wöchentlich bei uns mit und ist dieses Jahr schon mehrfach bei Veranstaltungen gefahren. Sie ist ein sehr emotionaler Mensch und wer sie bei unserem Heimlauf, wo sie das erste Mal gestartet ist gesehen hat, hat gesehen wie sehr sie das mit Freude und Glück erfüllt hat. Auch mit Stolz, etwas geschafft zu haben, was bis vor einiger Zeit in unerreichbarer Ferne lag. Auch bei der Veranstaltung in Lebusa usw. sprudelte das Glück nur so aus ihr heraus. Wie nahe es einem derart emotionalen Menschen geht wenn er von Angesicht zu Angesicht in dieser Form abgelehnt wird muss wohl hier nicht näher beschrieben werden. Und vor allem wie lange das noch nachhallt und was das für das Selbstempfinden anrichtet. Was machen wir? Kartslalom. Ein Sport für Kinder und Jugendliche. Ich kann die ganzen Diskussionen über Zeitersparnis, darüber dass alles schnell und husch husch gehen muss nicht mehr nachvollziehen und auch nicht mehr hören. Wir wollen und sollen den Kindern die Möglichkeit geben, ihr Hobby vernünftig und in geeigneter Atmosphäre auszuüben. Wir sind verantwortlich für sie und auch wenn es „nur“ Sport ist, sind wir auch im erzieherischen Sinne für sie verantwortlich. Moral kommt schon lange zu kurz, sie zu Eigenbrödlern ohne Teamgeist zu erziehen, wo nur der alleine und persönliche Erfolg und Sieg gilt ist verwerflich und falsch. Viel mehr sollte es unsere Aufgabe sein, sie nicht nur zu Siegern zu formen, sondern auch menschlich und ethisch auf sie einzuwirken. Keiner von uns betreibt eine Kaderschmiede und nur die wenigsten schaffen den Sprung ins ewige Rennfahrerleben und noch weniger als Berufsrennfahrer in die obersten Klassen. Sportliche Rivalen auf der Strecke ja, abseits der Strecke Freunde mit gleicher Passion sollte die Devise klingen, und nicht du bist dir selbst der nächste!!!
Mannschaftsgeist, Teamverbundenheit und Gemeinschaft sind Dinge, die der MSC Berlin liebt, lebt und transportiert und wofür er manchmal belächelt wird. Das, und genau das ist unser Wunsch und bestreben. Wir wollen sportlich siegen, ansonsten jedoch mit anderen den Moment feiern. Wir wollen gemeinsam siegen, verlieren, lachen, weinen, Unsinn machen, Zeit verbringen, Kart fahren, grillen und eine große Familie sein, ein Knäuel, was zueinander hält und füreinander da ist. Nicht immer gelingt perfekt, aber oft fühlt es sich so an.
Zurück um Lauf.
Sportlich lief es für uns wechselhaft kann man sagen. Wo gerade die Jüngsten, die teilweise ihre ersten Wettkampferfahrungen machten, beachtliche Ergebnisse eigefahren haben, blieben so manch erfahrene Fahrer hinter den eigenen Erwartungen zurück, auch wenn die Ergebnisse nicht schlecht waren. Das zeigt uns aber, wo wir ansetzen und was wir ändern oder trainieren müssen. Und das werden wir.
Der MC Nord hat eine souveräne Veranstaltung abgeliefert wie man es von ihm erwartet hat. Routiniert und effektiv. Die Blue Racer vom MC Nord sowie die Roten Teufel vom MC Seelow habe sich sehr stark präsentiert. Respekt hierfür!
Nun freuen wir uns auf den nächsten Lauf zur Landesmeisterschaft Berlin-Brandenburg am kommenden Sonntag, den 11.08.2019 der ebenfalls wieder dort auf dem TÜV Gelände in Lehnitz stattfindet, dieses Mal jedoch von unseren Freunden des MC Oranienburg ausgerichtet wird, die auf dem Gelände praktisch die Hausherren sind.
Die weiteren Läufe sind dann am 18.08.2019 vom VCB auf unserem Gelände des MSC Berlin, am 25.08.2019 unser Heimlauf sowie am 01.09.2019 das Abschlussrennen vom MC Seelow in Seelow.
Wir freuen uns auf die Veranstaltungen.
Drückt uns die Daumen, wir wünschen euch tolle Tage!

MSC Berlin
MG