Frame vom Endlauf zur Deutschen DMV JKS Meisterschaft 2019 in Großheubach

Der Freitag

Der Endlauf zur Deutschen DMV Jugendkart Meisterschafft ist für alle Teilnehmer DAS Highlight der JKS Saison. Wohl jeder möchte sich dafür qualifizieren und daran teilnehmen. Einzelstarter, Mannschaften und auch Vereine sind Feuer und Flamme dafür. Kein Wunder, geht es doch um die höchsten Lorbeeren, die man sich im Wettstreit mit den anderen Teilnehmern, die natürlich auch nicht schlafen und alle dasselbe Ziel haben, erreichen möchte. Auch wir als MSC Berlin lieben die Endläufe, denn neben Spannung, Emotionen und absoluter Fokussierung trifft man auch immer liebe Leute aus anderen Vereinen und Regionen, die man sonst nicht so oft zu Gesicht bekommt. Eines kann gesagt werden, auch dieses Jahr haben wie den Endlauf und die Ausfahrt dorthin sehr genossen. Doch von Anfang an ….

Dank unserer Partner, dem Autohaus Furchtmann Berlin, haben die wieder die Möglichkeit bekommen, günstig an Sammelbehälter zu kommen, die Rede ist von 9-Sitzer Bussen. Diese wurden bereits am Donnerstag bei der Station abgeholt, damit der Abfahrt am Freitagmorgen nichts im Wege stand. Gesagt, getan.

Um 9 Uhr setze sich der MSCB Tross in Bewegung und startete sein Abenteuer nach Großheubach. Da waren wir noch nicht und waren dementsprechend gespannt, was uns dort erwarten würde. Die Fahrt über die Autobahn ist ja so eine Sache. Zügig und schnell kommt man voran, aber es ist auch zuweilen langweilig. Etwas Abwechslung verschafften uns da unsere Navis, die sich frecher Weise zu einem Schabernack abgesprochen haben. So sagte das eine der Bus solle geradeaus weiterfahren, das andere der Bus solle rechts auf eine andere Autobahn abbiegen. So geschah es dann auch und man verlor sich bis zum Ziel aus den Augen.

Unser erstes Ziel war der Wettkampfplatz, fand dort doch die erste Parcoursbegehung, die Sitzprobe in den jeweils neuen Mach1 Karts und das Reservieren der Zeltstellplätze statt. Die ersten die vor Ort waren haben die Pavillons bereits aufgestellt und unsere Basis für die kommenden 2 Wettkampftage aufgebaut. Unsere Nachbarn waren der MSC Land Hadeln aus unserer Region zu unserer Linken und der MSF Zotzenbach aus Hessen. Soweit ganz angenehm.

Da das Schiedsgericht noch etwas Zeit benötigte, um die Strecke vorzubereiten und freizugeben nutzte unsere Trainerin Larissa Kay die Zeit schonmal sinnvoll und führte die Sitzprobe durch. Das klingt etwas amüsant, ist aber bitterer Ernst. Akribisch werden die Sitzeinstellung sowie die Pedaleinstellungen getestet, justiert und notiert. Dafür bleibt beim Wettkampf keine Zeit, da muss es schnell gehen. Irgendwann wurde die Strecke dann freigegeben und es begann wie jedes Mal vor einem Wettkampf eine regelrechte Völkerwanderung. Auch die absolute Kenntnis der Streckenführung ist wichtig. Selbst der kleinste Zweifler kann ein Nachteil bedeuten, gerade bei so einer hochkarätigen Konkurrenz wie bei den Endläufen, dem Finale. Mittlerweile drängte etwas die Zeit, mussten und wollten wir noch gemeinsam zu Abend essen. Das taten wir kurze Zeit später auch im Deutschen Hof in Bad König, wo auch unser Hotel beheimatet war. Rustikal, sympathisch und lecker wurden wir dort bewirtet und es war super. Auch unser Hotel, das Hotel Irene, empfing und behandelte uns gut. Entgegen des sonstigen Usus ermöglichte man uns auch am Wochenende ein sehr frühes Frühstück ab halb sechs, damit wir ab sieben Uhr an der Strecke sein können. Danke dafür! Dann ging es ins bequeme Bettchen.

Der Samstag

Morgens um 7 Uhr an der Strecke angekommen war dann wieder Streckenbegehung angesagt. Pünktlich wurden die Karts warm gefahren und der Wettkampf begonnen, hatte man doch ein strammes Programm vor sich. Mussten doch um die 250 Starter in drei Durchgängen durchgebracht werden. Vom MSC Berlin waren 11 der 13 Fahrer angereist. Leider hatte sich einer zuvor stark am Knie verletzt und musste sich auf Gehhilfen bewegen, und beim anderen war Krankheit der Grund der Absage. Bitter, denn schließlich hatten sie darauf in 6 Vorläufen hingearbeitet. Es ging Schlag auf Schlag, und alle schlugen sich beachtlich, insbesondere diejenigen, deren erstes Finale es war. Erstaunlich steckten sie die Aufregung weg und zogen ihr Ding durch. Natürlich reichte es nicht sofort zu vorderen Platzierungen, aber das hat auch keiner erwartet. Erfahrungen sammeln war die Devise. Große Ziele hatten indes die Starter in der Klasse 4, waren sie in der jüngsten Vergangenheit mit Erfolgen verwöhnt, Deutscher DMV Meister 2017 sowie Deutscher DMV Vizemeister 2018 sind nur zwei der besten Platzierungen. Eines sei bereits jetzt gesagt, die Klasse 4 war in diesem Jahr extrem stark besetzt. Nach den ersten beiden Durchgängen führte Jan Philipp und die anderen reichten sich ein kleines Stück weiter hinten ein. Doch dann zeigte sich, was mentale Stärke ausmacht und inwieweit die Witterung / Temperaturen Einfluss nehmen kann. Einer der stärksten Fahrer der letzten Jahre, Florian Vietze, kam nicht ganz so gut zurecht, und befand sich nach dem ersten Durchgang auf dem abgeschlagenen 24. Platz. Für ihn eine herbe Klatsche und an sich nicht hinnehmbar. Doch wo andere mit so viel Gedankenspiel und Unzufriedenheit zu kämpfen hätten, bewies er mentale Stärke und arbeitete sich auf einen Platz unter den ersten drei vor. Klasse Leistung die man neidlos anerkennen muss. Aber auch die anderen Starter wie Erion Pnishi vom MSC Kalteneck-Holzgerlingen, Marc Teubner vom MSC Großheubach, Norick Meyer vom MSC Land-Hadeln, Moritz Erb vom MSC Kochersteinsfeld und eben Florian Vietze vom MSC Tacherting hatten dasselbe Ziel und taten alles sportlich mögliche um es zu erreichen. Und sie schenkten sich nichts! Nach drei Durchgängen war die Ausgangslage mehr als eng und das versprach ausgiebige Spannung für den zweiten und dann entscheidenden Tag. Jan Philipp lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 2.

Da wir erst spät Zuhause sein würden kam der Besuch einer Gaststätte nach dem Renntag nicht infrage und ein Abendessen vor Ort war notwendig. Die Kinder wünschten sich Pizza, und diesen Gefallen taten wir ihnen gern.

Nach 3 x 6 Klassen, der entsprechenden Einspruchsfrist und der Siegerehrung war dann ……… noch nicht Schluss! Stichwort Streckenbegehung – da war ja noch was! Immens wichtig, um die Strecke bestmöglich im Kopf zu haben, denn der kleinste Zweifel kann ein Nachteil sein. Doch noch war die Strecke nicht freigegeben, denn das neue Schiedsgericht war noch dabei sie aufzubauen. Natürlich muss wie bei einem Vorlauf auch alles korrekt ab- und bemessen sein. Dann war es endlich soweit und es begann wieder die obligatorische Völkerwanderung über den Parcours. Allerdings war es nun auch schon spät und kalt.

Die Trainerin Larissa hatte das natürlich im Blick und ließ nicht sinnlos umherlaufen, sondern forderte Konzentration und rief die Teilnehmer des MSC Berlin nach ein paar effektiven Runden dann zum Aufbruch zusammen.

Der Tag war lang, wir allesamt platt und froh in unsere kuscheligen Betten gehen zu können. Ein paar Stunden Schlaf hatten wir noch vor uns.

Der Sonntag
Der Sonntag begann wieder ebenso früh wie zuvor der Samstag, um 7:00 Uhr waren wir an der Strecke, um die neue Strecke zu begehen und sich final einzuprägen. Die anderen Teams taten das auch, die einen besser gelaunt, die anderen etwas schlechter gelaunt, aber so gut wie alle müde.
Für den Sonntag wurde am Vorabend eine gänzlich neue Streckenführung aufgebaut, die in drei unabhängig voneinander gefahrenen Durchgängen schnellstmöglich und bestenfalls fehlerfrei durchfahren werden muss. Für die, die Jugendkart oder auch Kartslalom nicht kennen, ein kurzer Exkurs in den Rennablauf. Die Teilnehmer haben maximal bis zu 60 Minuten (je nach Eintreffen vor Ort) Zeit, um sich mit der Strecke vertraut zu machen und sie sich einzuprägen. Dabei versuchen die Trainer die schwierigen Passagen zu entschlüsseln und den Startern bestmöglich zu erklären wie sie fahren sollen und worauf sie zu achten haben. Es gibt viele Elemente wie Tore, Gassen, gebogene Gassen, Deutsches Eck, Ypsilon, Z-Gasse, Brezel, Kreis usw. welche im Reglement des Deutschen Motorsport Verbandes, und /oder der DMSJ geregelt sind und wie vorgegeben im Streckengefüge aufgebaut werden müssen. Die Pylonen sind auf ihren Positionen umrandet/eingekreidet und mit einer Nummer versehen, damit die Streckenposten ggf. den Fehler zur späteren Nachvollziehbarkeit in ihrem Sachrichterprotokoll notieren können. Das Umwerfen oder aus der Markierung Schieben zieht jeweils 2 Strafsekunden, das Auslassen eines Elements maximal 10 Strafsekunden nach sich, die dann zur gefahrenen Zeit addiert werden, daraus ergibt sich dann die Gesamtfahrzeit eines Durchganges. Gefahren werden insgesamt 3 Durchgänge und die Zeiten addiert, wobei der „schlechteste“ Durchgang gestrichen wird. Vor dem ersten Durchgang wird 1 Proberunde gefahren, im Anschluss dann der erste Wertungsdurchgang. Begonnen wird mit der Klasse 1 und es endet mit der Klasse 6.
Soviel dazu. Wer Fragen hat, bitte melden.
Unsere Kinder haben auch am Sonntag gut geschlafen und fuhren - fast alle - fehlerfreie Läufe. Die Zeiten reichten jedoch noch nicht, um vorne mitzumischen aber wie gesagt, wir hatten diesen Anspruch auch nicht. Ein großes Lob an Melina, Tudor, Silvester, Nicolas, Nils, Marvin W., Elisa. Auch die „Großen“ in der K4 haben Großes geleistet. Wieder schenkten sie sich nichts und nach dem ersten Durchgang führte Elisas großer Bruder Jan Philipp das Feld an. Auch Deyon und Tobi schlugen sich gut, waren allerdings nicht mehr in Schlagdistanz zum 1. Platz. Auch einige Kontrahenten vom Vortag hatten auf dieser Strecke Pech und reihten sich außerhalb der Treppchenplätze ein. Es sah so aus, als wenn Jan Philipp Nürnberger und Florian Vietze den Titelkampf unter sich ausmachen würden. In seinem 2 Durchgang ist Jan Philipp auf Sicherheit gefahren, um im Rennen zu bleiben und büßte etwas von seinem Vorsprung ein. Der dritte und letzte Durchgang sollte die Entscheidung bringen. Mehr Spannung ging mal wieder nicht und wer dabei war konnte besonders in der Wechselzone das Knistern der Dramatik und Konzentration fühlen. In dieser Situation braucht man starke Nerven und die Gabe der absoluten Fokussierung, bedeutet doch jeder kleinste Fahrfehler den Rückstand. Bang schauten die jeweiligen Betreuer auf die Uhr, in den Himmel und den Bodenbelag, denn es begann zu dämmern und die wärmende Sonne verschwand sich verabschiedend hinter den fränkischen Baumwipfeln. Die „stärksten“ Fahrer führen zum Schluss, und kühlere Temperaturen können das Fahrverhalten, insbesondere das der Reifen beeinflussen. Der Grip nimmt ab, und das kann ein Nachteil sein. Mittlerweile warfen die Bäume schon großflächige Schatten auf der Strecke. Das Rechnen ging los, wer braucht am besten welche Zeit um vorn zu sein, vorausgesetzt der Durchgang blieb ohne Pylonenfehler. Und da geschah es dann auch, ohne dass Jan Philipp oder Florian Vietze auf der Strecke waren. Martin Erb vom MSC Kochersteinsfeld nahm sein Herz und Mut in beide Hände die das Lenkrad hielten und brannte eine Wahnsinnszeit in den Asphalt, die ihm sogar mit etwas Vorsprung zunächst den ersten Platz einbrachte. Dann waren noch Florian und Jan Philip dran und eines kann bereits gesagt werden, beide fuhren die exakt gleiche Zeit. Bei minütlich ungünstiger werdenden Verhältnissen und dem mentalen Druck eine fantastische Leistung. Respekt vor diesen Jungs! Die Wahrheit war aber Folgende; beide Zeiten waren nicht schneller als die von Moritz und somit war Moritz der lachende Dritte und sicherte sich den Meistertitel. An dieser Stelle wurde Jan Philipp der zweite Durchgang zum Verhängnis, der nämlich etwas langsamer war als der von Florian, daher schaffte es Florian auf den zweiten Platz und Jan Philipp Nürnberger auf den dritten Platz. Starke Leistung von allen! Auch Tobias Klatte und Deyon Cibis haben starke Leistungen abgeliefert!
Emotional wurde es auch wie immer im letzten Durchgang der Klasse 6 bei einem Endlauf. Jedes Jahr gibt es einige Fahrer, die das letzte Mal beim Finale starten, da man im Jugendkart nur bis 23 beim Endlauf teilnehmen kann. Für viele endet ein Lebensabschnitt den sie 15 oder mehr Jahre betreiben und gelebt haben. Sie oder die Betreuer können sich ein Lied wünschen, was beim letzten Durchgang gespielt wird. Die letzten beiden Runden werden gefahren und man kann manchmal die Tränen unter den Helmen erkennen. Es ist berührend, wie ausnahmslos praktisch alle zum letzten Salut an der Strecke stehen und im Rhythmus klatschen. Man versetze sich einmal in den Fahrer, welches Gefühl er haben muss, wenn er diese Runden dreht und wie hoch oftmals der Abschiedsschmerz ist. Auch beim späteren Abschied bei der Siegerehrung fließt das ein oder andere Tränchen.
Zur Siegerehrung blieben wir natürlich auch heute da, Ehrensache, haben es doch alle verdient, dass man sie feiert und ehrt! Es war wieder recht laut, denn es gibt außer uns auch noch andere Vereine, die bei der Siegerehrung für ihre Fahrer einen Spruch bringen.
Allerdings war nach der Siegerehrung noch lange nicht für uns Schluss. So hatten wir für unsere Starter noch eine kleine, bunte Überraschung vorbereitet. Die Rede ist von einem kleinen Feuerwerk-Spektakel auf den Kartplatz. Blaue Standbengalos umrahmt von meterhohem Goldregen und Applaus, zu Ehren unseres gesamten Teams. Danach fragte uns jemand was wir gefeiert hätten, unsere Antwort lautete schlichtweg: Uns, weil wir ein tolles Team sind!
Und wie kann es auch anders sein, denn dann geschah etwas, was natürlich nicht in Vergessenheit geraten konnte. Das Erinnerungsvermögen der Kinder ist famos und sie erinnerten sich an die Wette, die der Vorstand mit ihnen am Laufen hatte. Die lautete folgendermaßen: Wenn ein Kind in der Endabrechnung unter den ersten drei Plätzen landet, kommt der Friseur und verpasst dem Vorstand eine neue Frisur. Letztes Jahr in Neuötting war es die Glatze, die wir uns rasieren mussten, dieses Jahr kristallisierte sich nach einer kleinen Facebook-Umfrage der Irokesenschnitt heraus. Und da Wettschulden Ehrenschulden sind, hielten wir Wort und ließen uns von unseren Frauen diesen Haarschnitt verpassen. Wir sahen ganz, ganz toll und vertrauenserweckend aus!
Wir verabschiedeten uns von den anderen und fuhren zufrieden und erschöpft ins Hotel.
Es war uns wieder mal ein inneres Blumenpflücken und eine Freude wieder ganz liebe Menschen aus anderen Vereinen und Regionen zu treffen, die man das Jahr über nicht so oft bis gar nicht sieht. Ein Dank geht an Daniel Fuchs vom MSC Teisendorf, Steffen Nießner und Georg vom MSC Kalteneck-Holzgerlingen, Frank Koch und Roman Treder vom RC Böblingen, Familie Hübl vom MSF Zotzenbach, Familie Schuhmann und Lindner vom MSC Großheubach, Boris Bachman, Ralf Frache und Marco Mander aus der Geschäftsstelle des DMV, natürlich die Vereine aus der Region 1, MC Blau-Weiß Sanitz, MSC Land-Hadeln, BSC Aukrug, MC Schwerin-Krösnitz, MC Oranienburg, MSC Anklam, selbstverständlich die Kartreferenten Lisa Hobl und Bernd Büttner und alle anderen die jetzt hier vergessen wurden.
Wir freuen uns jetzt schon auf die kommende Saison und natürlich den Endlauf 2020.
Vielleicht sehen wir uns ja in Berlin!? Wir würden uns freuen!!!
Alles Gute,

Euer MSC Berlin.